6. Oktober 2026
Wer bei Bauprojekten oder Arealentwicklungen von Partizipation oder Mitwirkung hört, reagiert nicht selten skeptisch. Hat der letzte Prozess wirklich zu zählbaren Resultaten geführt? Oder kamen da nicht vor allem viele Wünsche, die gar nicht realistisch sind?
Unser Schulterblick zeigt, dass fehlende Resultate nicht an der Methode selbst, sondern an der eigentlichen Umsetzung liegen. Und zeigen dabei, wie die beiden Praktiken «Co-Creation» und «Canvas» zu höherer Akzeptanz und besseren Lösungen führen.
Das durften wir an der achten internationalen Tagung zur Stadtentwicklung im September 2026 präsentieren. Wir fassen hier die wichtigsten Punkte zusammen.
Was Co-Creation und Canvas anders machen
Es ist kein Zufall, dass die Methoden und Praktiken, die sich bei der Entwicklung von neuen Produkten, effizienten Prozessen oder der Validierung von ersten Erkenntnissen und Konzepten bewährt haben, auch im öffentlichen Raum immer stärker eingesetzt werden.
Gerade bei in der Entwicklung von Arealen, der Planung von kommunalen Infrastrukturen, der Aktivierung von unbelebten Orten oder Konflikten bei Mehrfachnutzungen sorgen diese in zwei- bis dreistündigen Workshops für belastbare Resultate.
Dabei haben alle Anwendungen gemeinsam, dass bei ihnen unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse aufeinandertreffen, die Ressourcen aber beschränkt sind. Wie dieser vermeintliche Spagat aufgelöst wird, wollen wir nun im Detail betrachten.
Co-Creation und Canvas kurz erklärt
Es geht hier nicht um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern eine knappe pragmatische Einordnung. Dabei stehen vor allem Funktionsweise und Wirkung im Vordergrund.
Co-Creation: gemeinsam Aufgaben erledigen
Projekte im öffentlichen Raum sind nicht nur kompliziert, sondern auch komplex. Damit die unterschiedlichen Erwartungen und Anforderungen an diese aufgelöst werden können, braucht es ein konstruktives Miteinander. Das gewährt Co-Creation: Hier müssen alle gemeinsam eine Lösung oder einen Vorschlag erarbeiten. Das sorgt einmal dafür, dass alle Personen zu Wort kommen. Es sorgt darüber hinaus aber auch, und das ist vielleicht noch wichtiger, dass das Resultat innerhalb der Gruppe und den Interessen, die diese vertreten, breit abgestützt ist.
Canvas: Themen und Ideen bearbeiten
Die Canvas-Methode ist nicht zu verwechseln mit der Canvas-Software. Die Praxis bezeichnet eine strukturierte Arbeitsfläche, die wohl digital funktioniert, aber noch besser direkt vor Ort – z.B. im Format A1. Im Unterschied zu Flipcharts oder Pinnwänden sind sie ein halboffenes Format und haben eine vorbereitete Struktur, womit sich die Beiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einfach zuordnen lassen – und gleichzeitig themenfremde Beiträge unterbinden. Abhängig vom Inhalt des Workshops lassen sich damit Themen in der Breite oder der Tiefe bearbeiten.
Beispiele unserer Arbeit
Bildlegende: Bei enovation setzen wir die Canvas zu ganz unterschiedlichen Zwecken ein. Wir strukturieren diese so, dass die gesammelten Beiträge die Ziele des Projekts unterstützen. Ein gutes Design aktiviert zudem die Teilnehmenden und zeigt ihnen Wertschätzung und gute Vorbereitung.
Typische Anwendungen
Was Co-Creation und Canvas leisten können, lässt sich in vier typische Anwendungen unterteilen. Unsere Aufzählung zeigt auf, was diese in unterschiedlichen Phasen lösen.
Beispiel 1 - Bedürfnisse vertieft verstehen
Diese Anwendung ist sehr nahe am Ursprung, weshalb Co-Creation ein so grosser Erfolg werden konnte. Denn im Erkennen, was der Bedarf ist und wo Probleme liegen, steckt mehr als eine rein summarische Aufzählung: Die erhobenen Erkenntnisse werden von den Teilnehmenden z.B. auch gleich gewichtet.
Dieser «Deep Dieve» kommt als qualitative Methode viel schlanker zu den gewünschten Ergebnissen als quantitative Befragungen. Für die Anwendung kann das bedeuten, dass Konflikte benannt, Potentiale aufzeigt oder zukünftige geordnet aufgenommen und bewertet werden.
Beispiel 2 - Ideenfindung
Wie beim Bedarf werden Ideen im einem Co-Creation-Workshop nicht einfach nur gesammelt, sondern auch zur Lösungsfindung priorisiert. Das kann von den einzelnen Teilnehmenden einzeln gemacht werden oder in den Kleingruppen – abhängig von der Aufgabenstellung und der Dramaturgie des Workshops.
Das Gewichten, Priorisieren und Fokusieren von Ideen ist eine typische Anwendung für ein Canvas. Soll dieses «Brainstorming» aber auch wirklich zur Lösung beitragen, müssen die Canvas auch so strukturiert sein, dass das Wünschbare vom Leistbaren unterschieden werden kann – das gilt sowohl für strategische wie auch operative Fragestellungen.
Beispiel 3 - Lösungen und Strategien entwickeln
Workshops mit dem Schwerpunkt, eine Vision oder eine Strategie gemeinsam zu entwickeln, ist ein Klassiker der Co-Creation. Kombiniert mit der Praxis der Canvas haben wir bisher immer Resultate erzielt, die den weiteren Prozess unterstützen oder gleich als Resultat dienen.
Damit dies gelingt, müssen die Moderatoren nicht einfach nur alle Meinungen abholen, sondern den Workshops so gestalten, dass konkrete Resultate erarbeiten werden. Wir arbeiten (nicht nur hier) nach dem Prinzip des «Facilitators».
Beispiel 4 - Lösungen und Pläne testen
Auch für die Phase der Vorprojekte ist das Duo ein wirkungsvolles Instrument. Es kann gut mit zusätzlichen Formaten ergänzt werden (z.B. Mock-ups), aber auch eigenständig genutzt werden. Immer erhalten Planungsteams oder Projektentwickler ein strukturiertes Feedback zu dem vorgelegten Entwurf oder Plan.
So wird schnell klar, was gut funktioniert – und wo allenfalls noch Lücken liegen oder nicht erkannte Chancen und vergessene Potenziale. Das lohnt sich insbesondere dort, wo Projekte darauf getestet werden sollen, welche Auswirkungen diese auf Anrainer oder Anspruchsgruppen haben: Gerade hier lohnt sich oft die externe Begleitung, wie wir diese z.B. bei enovation anbieten.
Faktoren, wie es gelingt - was wir gelernt haben
«Gut begonnen ist halb gewonnen» sagt ein bekanntes Sprichwort, das dem griechischen Philosophen Aristoteles zugeschrieben wird. Das gilt besonders für die beiden vorgestellten Methoden. Anders als bei offenen Fragestellungen sorgt die Kombination für Ergebnisse, die einen Prozess unterstützen.
Damit dies auch gelingt, braucht es nur wenige Regeln. Dann kann die aufgewendete Zeit auch wirklich darauf verwendet werden, inhaltlich zu arbeiten, Erwartungen abzuholen – und gut dokumentierte Ergebnisse zu präsentieren.
Wir sorgen für Wirkung - versprochen!
Unser Team unterstütz Sie unkompliziert, aber kompetent. Und sorgt für Unterstützung mit maximaler Wirkung für Ihre Projekte.
So nehmen Sie Kontakt mit uns auf
Unsere Expertise
Beratung, Konzept, Umsetzung, Projektleitung, Moderation
Unsere Erfahrung
Unsere Expertinnen und Experten haben langjährige Erfahung und wissen, was es für eine erfolgreiches Projekt braucht. Dabei arbeiten wir interdisziplinär, zielgerichtet und praxiserprobt.