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Playbook «Begrünung und Hitzeschutz» im Siedlungsraum

Dieses Playbook zeigt, wie Gemeinden die Themen Begrünung und Hitzeschutz gemeinsam mit der Bevölkerung wirksam umsetzen können.

Die Klimawende ist kein Selbstzweck, die Hitze ist da und spürbar in Wohnungen, auf Schulwegen und in Innenhöfen. Begrünung und Hitzeschutz verbessern Lebensqualität, Werterhalt und Nachbarschaft – und sie lassen sich direkt gemeinsam gestalten. Wollen Verwaltungen die nötigen Anpassungen vorantreiben, genügen klassische Massnahmen nicht. Unser Playbook «Begrünung und Hitzeminderung» richtet sich an Verwaltungen, die erkannt haben, dass:

  • Information allein nicht genügt,
  • Förderprogramme allein nicht reichen,
  • und Klimaanpassung ohne Beteiligung scheitert.

Dieses Playbook zeigt, wie Gemeinden, Eigentümer und Mieterinnen zusammen aktiv werden können.

Schritt 1

Sensibilisierung – Hitze erfahrbar machen

Zuerst geht es darum, Hitze als gemeinsame Realität zu erkennen. Alle müssen verstehen, wo Hitze wirkt und warum Begrünung wichtig ist. Gemeinden können dies erreichen, indem sie Hotspots sichtbar machen, z. B. durch Karten oder Quartierspaziergänge, und die Alltagswirkungen auf Gesundheit, Schlaf und Aufenthaltsqualität aufzeigen. Gleichzeitig sollten Zielkonflikte, wie Parkplätze oder Pflegeaufwand, offen angesprochen werden.

Auszug 1 - Playbook

Sehen Sie hier beispielhaft, mit welchen Massnahmen wir den Merksatz links einlösen:  

  • Ziel: Alle Beteiligten erkennen Hitze als reale Herausforderung und verstehen die Bedeutung von Begrünung.
  • Massnahmen: Hotspots identifizieren
  • Akteure: Gemeinden (Rolle Organisator), Bevölkerung (Rolle Beobachter)
  • Typische Stolperfallen: Zu frühe Diskussion von Lösungen statt Problemwahrnehmung
  • Checkliste: Wurde Betroffenheit konkret vermittelt?

Schritt 2

Aktivierung – Betroffenheit in Handlung umwandeln

Sind Menschen sensibilisiert, geht es darum, Handlungsbereitschaft zu erzeugen. Sie müssen erkennen, welchen Nutzen ihre Beteiligung hat und wo sie selbst Einfluss nehmen können. Hier können Gemeinden z. B. Balkone, Innenhöfe, Vorgärten oder Fassaden als konkrete Gestaltungsräume zeigen. Der Nutzen sollte klar benannt werden: Kühlung, Werterhalt und Lebensqualität. Niederschwellige Mitmachangebote, wie kleine Pflanzaktionen oder Informationsveranstaltungen, helfen, erste Schritte zu gehen.

Auszug 2 - Playbook

Sehen Sie hier beispielhaft, mit welchen Massnahmen wir den Merksatz links einlösen:  

  • Ziel: Menschen erkennen, wo sie selbst Einfluss haben.
  • Massnahmen: niederschwellige Angebote zum Mitmachen
  • Akteure: Gemeinden (Rolle Organisator), Bevölkerung (Rolle Bewohner)
  • Typische Stolperfallen: Moralische Appelle statt klarer Nutzen
  • Checkliste: Ist der persönliche Nutzen konkret?

Schritt 3

Beteiligung – Gemeinsam wirksam gestalten

Im letzten Schritt geht es um echte Mitgestaltung mit Wirkung. Bewohner:innen sollen bei Planung und Umsetzung der Maßnahmen einbezogen werden, Prioritäten gemeinsam festlegen und klare Rollen und Entscheidungswege kennen. Evaluation ist hier entscheidend: Wurde die Maßnahme umgesetzt, hat sie Wirkung, und müssen Anpassungen erfolgen? So wird Beteiligung wirksam statt symbolisch.

Auszug 3 - Playbook

Sehen Sie hier beispielhaft, mit welchen Massnahmen wir den Merksatz links einlösen:  

  • Ziel: Massnahmen gemeinsam entwickeln, umsetzen und sichtbare Wirkung erzielen.
  • Massnahmen: Co-Creation der Massnahmen mit Bevölkerung
  • Akteure: Gemeinden (Rolle Moderation), Bevölkerung (Rolle Mitgestaltung)
  • Typische Stolperfallen: Beteiligung ohne echte Entscheidungsmacht
  • Checkliste: Sind die Entscheidungsräume klar?

Ihr nächster Schritt

Hitze ist real – und handeln ist möglich. Prüfen Sie, wo Ihre Gemeinde Hitze-Hotspots hat und aktivieren Sie dort Eigentümer, Mieterinnen und Nachbarschaften. Und gestalten Sie die Massnahmen gemeinsam im Quartier! 

Die Klimawende betrifft uns alle – gemeinsam handeln schafft Nutzen für alle.

Titelbild: Credit by Starcevic

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