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Vergessene Schätze: Schnitt­stellen im Projekt­managment

Wer schon einen Schichtwechsel miterlebt hat, weiss: Ein kurze Übergabe gehört bei Busfahrern, Ärzten oder Schichtarbeitern dazu. Das gilt auch für Projekte und deren Schnittstellen. Diese sind ein massgeblicher, oft aber stiefmütterlich behandelter Erfolgsfaktor.

Wer die Bedeutung von Schnittstellen kennt, nimmt sich in Zukunft für diese sicher gerne etwas Zeit. Denn es braucht weniger Zeit, als Aufmerksamkeit. Wir zeigen vier wichtige Funktionen und im fünften Punkt das Fazit, wie Schnittstellen erfolgreich in Projekten gemanaged werden – sei es in internen oder externen Schnittstellen.

👉 Schnittstellen erfüllen Bedürfnisse

Ein schönes Fundstück in einem alten Regelwerk (*): «Schon beim Entstehen der Konstruktion nimmt der Konstrukteur Rücksprache mit den betreffenden Betriebsabteilungen und sucht die Wünsche derselben soweit als nur möglich zu berücksichtigen.» 

Was vor mehr als 100 Jahren gegolten hat, ist auch heute noch aktuell: Nur wer die Bedürfnisse der Beteiligten kennt, kann seine Prozesse richtig aufsetzen – oder weiterentwickeln.

👉  Prozesse moderieren

Wer erinnert sich nicht an Spiele in seiner Kindheit? Kamen neue Kinder hinzu, wurden z.B. gewisse Regeln oder die Grösse des Spielfeldes angepasst – nicht aber der Kern des Spiels. Eine solche Offenheit zur Integration brauchen auch Prozesse, denn Veränderungen gehören dazu.

Veränderungen geschehen nicht automatisch, sondern es braucht eine aktive Moderation.

👉  Schnittstellen sind Teamarbeit

Bleiben wir im Beispiel: Jeder war schon einmal in einem Team, in dem ein Stürmer oder eine Angreiferin das Spiel (fast) im Alleingang entschieden hat. Was kurzfristig für Glücksgefühle sorgt, führt längerfristig zu Frustration.

Auch bei Projekten führen Sololäufe selten ins Ziel. Es braucht den Einbezug der Prozessbeteiligten – denn sie kennen die brennenden Themen.

👉 Aktives Management

Fehler gehören dazu, Schnittstellen funktionieren nur selten von Anfang an zu 100 Prozent. Was in der Entwicklung von Software gilt, gilt ebenso in Prozessen der Beteiligung. Deshalb: Erfahrungen machen und daraus lernen.

Das Wissen von Problemen ist ein wahrer Schatz für ein Projekt, aber auch die (weitere) Entwicklung der Organisation. Denn aus den Erfahrungen lässt sich die Zusammenarbeit oder die Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel besser steuern.

🎁 Fazit: Das Playbook macht es

Schnittstellen entscheiden massgeblich über Erfolg oder Misserfolg in Projekten. Das wissen wir auch bei enovation.one: Sie müssen aktiv gemanagt werden, unabhängig von Hierarchien. Damit dies gelingt, brauchen Moderatoren eine gute Übersicht (Big Picture), eine flexible Denkweise und die Fähigkeit, Neues zu integrieren, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren.

(*) Aus: Manuskripte aus den Instituten für Betriebswirtschaftslehre der Universität Kiel, No. 316

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