Aktualisiert 6. Januar 2026
Ein Quartier beherbergt ganz unterschiedliche Bedürfnisse: Wollen die Bewohnerinnen und Bewohner möglichst viel Lebensqualität, braucht das lokale Gewerbe eine attraktive Einkaufszone oder braucht die lokale Energiewende eine koordinierte Nachbarschaft? Was für Städte und Agglomerationen gilt, gilt auch für kleinere Gemeinden.
So unterschiedlich die Themen sind, der runde Tisch war und ist ein gutes Format, um Probleme und Lösungen zur Sprache zu bringen. Mit der nötigen Strategie, einem längerfristigen Konzept und etwas Kreativität bringen Stammtische ganz neue Kooperationen und Initiativen im Quartier und der Nachbarschaft hervor.
1. Runder Tisch: So wählen Sie das richtige Format
Partizipation ist heute ein zentraler Erfolgsfaktor für Projekte in Gemeinden, Städten und bei grossen Infrastrukturvorhaben. Wer die betroffenen Menschen frühzeitig einbindet, schafft Akzeptanz, bessere Lösungen und langfristige Tragfähigkeit. Zwei bewährte Instrumente dafür sind der klassische Stammtisch und das digitale Meet-up. Doch worin unterscheiden sie sich – und welches Format ist das richtige für Ihr Projekt?
2. Der Stammtisch - persönlich und regelmässig
Der Stammtisch ist ein physisches, regelmässiges Treffen in räumlicher Nähe zum Projektgebiet. Er ist offen für unterschiedliche Anspruchsgruppen wie Bewohnerinnen und Bewohner, Gewerbe, Vereine oder politische Vertreter. Der Charakter reicht von themenoffen bis klar fokussiert.
Typische Merkmale
persönliche Begegnung an einem festen Ort
regelmässigkeit – z.B. monatlich oder quartalsweise
klarer Zeitrahmen und mit Moderation
niederschwelliger Zugang für alle relevanten Stakeholder
Die Merkmale von einem runden Tisch sind für die Entwicklung von Quartieren in mächtiges Instrument, wird ein runder Tisch richtig eingesetzt. Denn gerade in Quartieren oder Gemeinden mit heterogenen Interessen eignet sich der Stammtisch, um Vertrauen aufzubauen, Stimmungen aufzunehmen und erste Ideen zu entwickeln.
Stammtisch und Meet-up
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick sind:
Nähe und Beziehung: Der Stammtisch lebt vom persönlichen Austausch, das Meet-up von Effizienz.
Zielgruppen: Ältere oder lokal stark verwurzelte Gruppen bevorzugen oft physische Formate, jüngere oder beruflich eingebundene Zielgruppen digitale.
Projektphase: Frühe Explorations- und Vertrauensphasen profitieren vom Stammtisch, spätere Entscheidungs- oder Feedbackphasen vom digitalen Meet-up.
Ressourcen: Digitale Formate sind schneller skalierbar, Stammtische dafür tiefer in der Wirkung.
3. Was ist ein digitales Meet-up?
Das digitale Meet-up ist ein onlinebasiertes Austauschformat, oft ergänzt durch Umfragen, digitale Pinnwände oder Abstimmungstools. Es ist zeitlich flexibel, ortsunabhängig und skaliert gut bei grossen oder räumlich verteilten Zielgruppen
Typische Merkmale
Teilnahme von überall möglich
gut strukturierte Agenda und klare Fragestellungen
Kombination mit digitalen Beteiligungs-Tools
effiziente Dokumentation und Auswertung
Digitale Meet-ups eignen sich besonders für Informationsphasen, Validierung von Varianten oder Projekte mit vielen Beteiligten und begrenzten zeitlichen Ressourcen
So treffen Sie die richtige Wahl
Anhand von vier Kriterien lässt sich die Entscheidung leicht treffen. Wichtig ist zudem ein klares Konzept: Ziele, Rollen, Kommunikation, Auswertung und Transparenz müssen von Beginn an definiert sein, Resultate müssen sichtbar sein – sonst verliert der Prozess seine Glaubwürdigkeit.
Ziele und Prozess definieren
Zusammensetzung der Zielgruppen
Projektgrösse und -komplexität bewerten
Rahmenbedingungen berücksichtigen
4. Warum eine professionelle Begleitung entscheidend ist
Stammtische und Meet-ups entfalten ihre Wirkung nicht zufällig. Sie brauchen Struktur, Moderation, passende Tools und Erfahrung im Umgang mit unterschiedlichen Interessen. Genau hier setzt enovation an: Wir analysieren Bedürfnisse, entwickeln passgenaue Beteiligungskonzepte und begleiten die Umsetzung – analog, digital oder hybrid.
Unsere Empfehlung: Lassen Sie sich beraten, bevor Sie sich für ein Format entscheiden. So stellen Sie sicher, dass Ihr Beteiligungsinstrument nicht nur gut gemeint, sondern auch wirksam ist.